28. Juni 2022

Digitalisierung, volle Fahrt voraus! Erkenntnisse des Digital Office Index 2022

Digitalisierung, volle Fahrt voraus! Erkenntnisse des Digital Office Index 2022

Ein Unternehmen muss nicht gleich so schnell sein wie Usain Bolt über hundert Meter. Es reicht, dass es überhaupt erst einmal anfängt zu laufen. – Glenn González

 

… Oder um es mit den Worten Konfuzius‘ auszudrücken: „Der Weg ist das Ziel.“ Zwar mahlen die unternehmerischen Mühlen nicht immer ganz so schnell, wie wir es uns manchmal wünschen; dennoch ergeben sich die darauffolgenden Schritte oftmals von ganz allein. So wie Wasser, das sich langsam, aber sicher seinen Weg durch den Bach ebnet.

Aus diesem Grund spiegelt sich das sehr weise Zitat vom SAP Deutschland-CTO Glenn González auch in den digitalen Aktivitäten von Deutschlands Unternehmen wider: Denn die Digitalisierung ist nicht nur allgegenwärtig und vielerorts deutlich spürbar, sondern sie nimmt aufgrund der Corona-Pandemie auch in 2022 immer weiter an Fahrt auf. Das belegen auch die Zahlen des diesjährigen Digital Office Index des Branchenverbands Bitkom.

So gibt laut der Studie fast jedes zweite Unternehmen an, dass die Pandemie die Digitalisierung seiner Prozesse und Abläufe im Office beschleunigt hat. Kurz nach Beginn der Pandemie und vor rund zwei Jahren waren es mit 15 Prozent nicht mal ein Sechstel so viele.

6 von 10 Unternehmen sind außerdem überzeugt, dass sie die digitale Technologie dabei unterstützt hat, die Pandemie zu bewältigen und sich krisensicherer aufzustellen. Eine knappe Mehrheit geht gar noch einen Schritt weiter und betont, dass Corona in ihrem Unternehmen einen Innovationsschub ausgelöst hat.

Projekte ins Rollen zu bringen, ohne eine klare Vorstellung von ihrem Ziel zu haben, ist meist keine gute Idee. Dieser Ansicht sind auch 83 Prozent der Unternehmen. Sie alle gaben an, eine Digitalisierungsstrategie zu verfolgen. Im Jahr 2020 lag der Anteil noch bei 74 Prozent. Bei den Großunternehmen ab 500 Mitarbeiter*innen sind es sogar 96 Prozent, die sich für die Ausarbeitung einer Digitalstrategie ausgesprochen haben, um den digitalen Wandel erfolgreich zu bewältigen.

„Digitalisierung macht Unternehmen krisenfest. Diese Erkenntnis hat sich in der deutschen Wirtschaft durch die Corona-Pandemie durchgesetzt. Ebenso wie die Erkenntnis, dass es digitale Transformation nicht zum Nulltarif gibt“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Corona ist offensichtlich der Anstoß für viele längst überfällige Digitalisierungsmaßnahmen in den Unternehmen gewesen.“

Smarte Digital-Office-Lösungen hoch im Kurs

In den vergangenen zwei Jahren war von Seiten der Unternehmen viel Kreativität gefragt. Von zu Hause arbeiten ohne gescheite digitale Tools? Eine echte Herausforderung! Deshalb erhielten smarte Digital-Office-Lösungen wie innovative ECM-, CRM- und ERP-Systeme immer stärkere Aufmerksamkeit.

So haben mit 76 Prozent inzwischen drei Viertel der Unternehmen mindestens eine Anwendung für Enterprise Content Management (ECM) im Einsatz, die ihnen eine digitale Verwaltung geschäftlicher Dokumente ermöglicht und das Arbeiten von unterwegs wesentlich angenehmer gestaltet. Ebenfalls drei Viertel der Befragten nutzen zur digitalen Verwaltung von Kundenkontakten eine Customer-Relationship-Management-Anwendung (CRM) und 95 Prozent setzen Enterprise Resource Planning (ERP) ein, um Ressourcen wie Material oder Personal digital planen und steuern zu können. Berg erkennt: „Ein Archiv voller Papierordner oder die Kundenliste auf Karteikarten muss der Vergangenheit angehören. Deutschland ist auf dem Weg in die Datenökonomie und die Voraussetzung für die Verwendung von Daten ist der Verzicht auf analoge Geschäftsprozesse.“

Dass der Kurs, den die Unternehmen und Politik fahren der richtige ist, macht eine weit verbreitete Zufriedenheit mit dem Einsatz digitaler Lösungen für Geschäfts- und Verwaltungsprozesse deutlich. Denn mit 74 Prozent sehen drei Viertel der befragten Unternehmen eine Verbesserung bei der Erfüllung von Compliance-Richtlinien und der Performance (72 Prozent). Für 7 von 10 Unternehmen ist eine Zunahme von Transparenz und Automatisierung innerhalb der Prozesse erkennbar und zwei Drittel sehen außerdem einen Anstieg der Kundenzufriedenheit.

…Und außerdem? Der Abschied vom Papier rückt näher!

Neben der Beschleunigung der eigenen Geschäftsmodelle und der gestiegenen Zufriedenheit, gaben 29 Prozent der Unternehmen an, dass sie in diesem Jahr mehr investieren wollen als noch 2021. Unterstützen könnten sie dabei attraktive Förderungsprogramme von der Bund- und Länderebene wie Digital jetzt oder Go-digital, die die Digitalisierung in Unternehmen weiter vorantreiben.

Als Stützpfeiler schneller und effizienter Kommunikation kommt außerdem hinzu, dass papierarme Büros immer deutlicher in den Vordergrund rücken. So sagt erstmals mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 Prozent), dass sie weniger ausdrucken als noch vor einem Jahr. Ferner möchten 86 Prozent der Unternehmen ihre Briefpost durch digitale Kommunikation ersetzen.

Berg fasst es treffsicher zusammen: „Papier ist häufig nicht mehr das ideale Trägermedium. Dank schneller Breitbandverbindungen und leistungsfähiger Endgeräte verlagert sich die Kommunikation vieler Menschen im Alltag in den digitalen Raum – und die Unternehmen folgen den Menschen.“

Und nun?

Die letzten Zweifel an der Notwendigkeit der Digitalisierung scheinen also ausgeräumt zu sein. Dennoch ist die Digitalisierung kein Selbstläufer, sondern erfordert jede Menge Zeit, Anstrengung und Ressourcen. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie sich jetzt darauf konzentrieren müssen, die vorhandenen Hürden auszuräumen und sich mit einem klaren Ziel vor Augen auf den Weg in die Digitalisierung machen müssen.

Jana Treptow
Jana ist Teil des Marketing-Teams und für redaktionelle Beiträge und die Betreuung des Blogs verantwortlich.

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