29. Mai 2026

Update zur E-Rechnungspflicht: Was Unternehmen über XRechnung, ZUGFeRD und digitale Prozesse wissen müssen

Update zur E-Rechnungspflicht: Was Unternehmen über XRechnung, ZUGFeRD und digitale Prozesse wissen müssen

Update zur E-Rechnungspflicht: Was Unternehmen über XRechnung, ZUGFeRD und digitale Prozesse wissen müssen

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnung im inländischen B2B-Bereich als neuer Standard. Unternehmen müssen seitdem in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Grundlage ist das Wachstumschancengesetz, das die schrittweise Einführung elektronischer Rechnungen im Geschäftsverkehr regelt.

Ziel ist die vollständige Digitalisierung von Rechnungsprozessen sowie die Reduzierung manueller Tätigkeiten in Buchhaltung und Verwaltung.

Die Ausstellung und der Versand von E-Rechnungen werden in den kommenden Jahren schrittweise verpflichtend eingeführt, wobei Übergangsregelungen bis mindestens 2027 gelten. Unternehmen sollten ihre Prozesse daher frühzeitig auf digitale Standards ausrichten, um rechtzeitig vorbereitet zu sein. Moderne DMS-Lösungen wie Amagno unterstützen Unternehmen dabei, diese Anforderungen effizient und regelkonform umzusetzen.

Vorteile der E-Rechnungspflicht

Die E-Rechnungspflicht ist weniger eine Belastung als vielmehr ein Katalysator für effizientere Unternehmensprozesse.

Durch den Wegfall manueller Erfassung und OCR-basierter Verarbeitung sinkt die Fehleranfälligkeit deutlich. Gleichzeitig werden Rechnungen schneller verarbeitet und bezahlt, was zu kürzeren Zahlungszyklen und einer besseren Skontonutzung führt.

Zusätzlich reduzieren sich Kosten für Papier, Versand und manuelle Bearbeitung. Auch die CO₂ Bilanz von Unternehmen verbessert sich durch die vollständig digitale Verarbeitung.

Praxis-Erfahrungen und typische Herausforderungen

Erfahrungen aus Ländern wie Italien und Belgien zeigen, dass die größten Herausforderungen der E-Rechnung vor allem organisatorischer Natur sind. Unternehmen, die früh auf strukturierte, maschinenlesbare Formate umgestellt haben, konnten ihre Rechnungsprozesse deutlich beschleunigen, während Nachzügler häufig unter Zeitdruck geraten.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die interne Akzeptanz: Mitarbeitende müssen mit neuen Formaten wie XML umgehen können und benötigen Lösungen, die Rechnungsdaten verständlich und alltagstauglich darstellen.

Ein häufig unterschätztes Problem entsteht durch Rechnungen, die auf den ersten Blick korrekt und vollständig wirken: Sie liegen beispielsweise als sauber dargestelltes PDF oder als visuell stimmiges Dokument vor, erfüllen im Hintergrund jedoch nicht die technischen Anforderungen der EN 16931 Norm. Diese Diskrepanz bleibt im Arbeitsalltag oft unbemerkt, da die Rechnung für den Menschen plausibel erscheint, jedoch bei der technischen Verarbeitung oder Validierung scheitert. Ursachen sind häufig fehlerhafte oder unvollständige XML-Strukturen, fehlende Pflichtfelder oder nicht korrekt eingebettete Daten in Hybridformaten wie ZUGFeRD.

Besonders in international tätigen Unternehmen kommt hinzu, dass Rechnungen häufig über länderspezifische Portale eingereicht werden müssen, was zusätzliche Anforderungen an die Systemlandschaft stellt.

Die EN 16931 Norm ist zwar grundsätzlich interoperabel, in der Praxis entstehen jedoch Unterschiede zwischen Formaten wie XRechnung (Deutschland), ZUGFeRD (Hybridformat), UBL (internationales XML Austauschformat) oder FatturaPA (italienisches E-Rechnungsformat). Moderne DMS Systeme müssen daher in der Lage sein, diese Formate automatisch zu erkennen und korrekt zu verarbeiten.

Typische Stolperfallen in der Umsetzung sind:

  • fehlende Lesbarkeit von XRechnungen im Arbeitsalltag, da XML Daten ohne geeignete Darstellung nicht nutzbar sind

  • eingebettete Anhänge wie Lieferscheine oder Auftragsbestätigungen, die ohne passende Systeme unsichtbar bleiben

  • nicht konforme Ausgangsrechnungen, die beim Empfänger zu Verarbeitungsproblemen und Zahlungsverzögerungen führen

Mit Amagno lassen sich diese Herausforderungen zentral im DMS lösen, indem E-Rechnungen automatisch erkannt, verständlich dargestellt, Anhänge sichtbar gemacht und Rechnungen direkt auf EN 16931 Konformität geprüft werden.

So werden E-Rechnungsprozesse vollständig im DMS abgebildet, ohne dass sich Unternehmen zusätzlich mit externen E-Rechnungsportalen auseinandersetzen müssen.

KI in der E-Rechnung: Wie Amagno.AI E-Rechnungen und Dokumente automatisch verarbeitet

Im Kontext der E-Rechnung stellt sich zunehmend die Frage, welche Rolle KI in der Verarbeitung strukturierter und unstrukturierter Dokumente spielt.

Für die reine Verarbeitung von EN 16931 konformen E-Rechnungen ist KI jedoch nicht erforderlich. Formate wie die XRechnung sind bereits vollständig strukturiert und können direkt über Parser verarbeitet werden.

Ein wesentlicher Mehrwert von KI entsteht in hybriden Szenarien, in denen Unternehmen neben E-Rechnungen weiterhin unstrukturierte Dokumente verarbeiten. Dazu zählen insbesondere Papierbelege, PDFs, Scans sowie Dokumente wie Verträge, Lieferscheine oder Korrespondenz. Diese Mischform wird Unternehmen noch über Jahre begleiten.

Für diesen Bedarf wurde Amagno.AI entwickelt. Die Lösung ist tief in das Amagno DMS integriert und erweitert klassische Dokumentenprozesse um eine intelligente, kontextbasierte Verarbeitungsebene. Ziel ist es, strukturierte und unstrukturierte Informationen in einem System nutzbar zu machen, ohne Medienbrüche oder manuelle Nacharbeit. Dabei stehen No-Code-Ansätze im Vordergrund: Prozesse können direkt in natürlicher Sprache definiert werden, ohne Programmierkenntnisse.

Amagno.AI besteht aus drei zentralen Komponenten:

  • Autopilot: erkennt automatisch Dokumenttyp, Absender, Datum sowie buchungsrelevante Rechnungsdaten inklusive Positionszeilen, ohne vorheriges Training auf bestimmte Belegarten.

  • Chat: ermöglicht die direkte Interaktion mit dem gesamten Dokumentbestand in natürlicher Sprache und liefert konkrete Antworten mit Quellen statt Trefferlisten.

  • Automate: erlaubt die Definition wiederkehrender Prüf- und Erkennungslogiken in natürlicher Sprache, vollständig ohne Programmierung.

Entscheidend ist, dass alle KI Prozesse innerhalb des DMS stattfinden. Die Daten bleiben im System, werden DSGVO und GoBD konform verarbeitet und verlassen die EU nicht. Ein integriertes Berechtigungskonzept stellt zudem sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf sensible Informationen erhalten.

Aktueller Handlungsbedarf

Der wichtigste Handlungsbedarf liegt derzeit auf Seiten der Rechnungsersteller. Entscheidend ist, dass Rechnungen bereits heute EN 16931 konform im Format XRechnung (strukturiertes XML Format) oder ZUGFeRD (hybrides Format aus PDF und strukturierten Daten) erstellt werden.

Ab 2027 greift zudem die Versandpflicht für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 800.000 Euro. Unternehmen sollten daher frühzeitig prüfen, ob ihre eingesetzte Software diese Formate korrekt erzeugt und dies mit gängigen Validierungstools testen.

Neben der technischen Umsetzung wird zunehmend auch die zugrunde liegende Systemlandschaft relevant. Insbesondere DMS oder ECM Systeme spielen eine zentrale Rolle, um E-Rechnungen durchgängig zu verarbeiten, zu prüfen und revisionssicher zu archivieren.

Parallel dazu sollte eine vollständige Verfahrensdokumentation nach GoBD erstellt werden, da hier in vielen Unternehmen noch Nachholbedarf besteht.

Fazit: E-Rechnung als Chance für digitale Prozesse

Die E-Rechnungspflicht ist mehr als eine gesetzliche Vorgabe. Sie ist ein zentraler Treiber für die Digitalisierung von Rechnungsprozessen im Unternehmen.

Unternehmen, die frühzeitig auf strukturierte E-Rechnungen, moderne DMS Systeme und automatisierte Workflows setzen, profitieren von schnelleren Prozessen, geringeren Kosten und höherer Transparenz.

Mit der richtigen technischen Basis wird die E-Rechnung nicht zur Herausforderung, sondern zum Ausgangspunkt einer durchgängig digitalen und effizienten Rechnungsverarbeitung. Mit Amagno und Amagno.AI lassen sich E-Rechnungen, Dokumentenmanagement und intelligente Automatisierung zentral in einer Plattform verbinden.

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Katrin H
As Graphic Designer at Amagno GmbH, she is responsible for creating visual concepts and designs that support and strengthen the company’s brand identity across digital channels.

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