1. Juli 2013

Prism und Tempora vs. amagno für Unternehmen

„Auch die Unternehmen speichern in spätestens 2-3 Jahren alles in der Cloud.“ – So und anders lauten oft die Meinungen von Analysten und Wettbewerbern, die mit aller Macht sämtliche Unternehmensdaten in der Cloud sehen wollen. Die digitale Welt dreht sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit, aber viele Cloud-Gründer und Analysten unterschätzen die Angst und fehlende Veränderungsfähigkeit der Unternehmen. Insbesondere Ängste verhindern die Expansion in die Cloud für Unternehmen. Und die neuesten Entwicklungen befeuern diese Ängste nochmals deutlich. Ein Grund mehr für unsere amagno Strategie.

In den Medien, führenden Blogs, Webseiten und Zeitschriften begleiten uns umfangreiche Berichte über die neue Online-Welt in der Cloud. Die neuesten, hippsten Unternehmen, die neuesten Apps, die neuesten, teuersten Startups. Viel Erwartungsdruck lastet vor allem auf der Cloud-Branche, die seit Jahren boomt und im Fokus steht.

Bereits 2010, zur Gründung von amagno, war klar, dass die intimen Inhalte eines Unternehmens, die Wertschöpfung in Form von Dateien und Content, aus vielerlei Gründen nicht so schnell den Weg in die Cloud finden wird, wie es sich viele Analysten und Anbieter wünschen. Deshalb haben wir amagno auf eine Doppelstrategie ausgerichtet: für die Cloud und die altbekannte lokale Datenhaltung im Unternehmen.

Viele befreundete Kenner des Marktes haben mich damals belächelt, dass wir mit amagno a) eine native Applikation entwickelten (ergänzend zum Web-Interface) und b) wir keinen exklusiven Fokus auf die Cloud hatten und c) wir nicht auf bestehende Plattformen etablierter Lösungen, wie Sharepoint oder internationaler Cloud-Lösungen (Microsoft, Amazon, Google, etc), aufsetzten.

Hierbei vergessen diese oft, wie immens wichtig die Dateien für Unternehmen sind. Sie sind das sensibelste Medium. Das niedergeschriebene Wissen der engagierten und klugen Mitarbeiter des Unternehmens. Zur Verwaltung dieser Daten setzt man Dokumentenmanagement (DMS) und Enterprise Content Management (ECM) Systeme, wie amagno, ein. Unternehmen vertrauen uns Ihre Daten an. Dies ist eine besondere Verantwortung für uns als ECM Anbieter.

Ich ging bereits 2010 davon aus, dass sich der Cloud Markt für viele Jahre noch konsolidieren muss. Insbesondere in Anbetracht der Sicherheitsmechanismen. Damals betrachtete ich nur sicherheitskritische Situationen, wie Wikileaks sowie Cyberangriffe auf Wirtschaftszentren, die ich weiterhin für eine große Bedrohung halte – gerade im Kontext der Cloud. Damit will ich keine Angst schüren, sondern ich halte dies schlicht für eine realistische Möglichkeit. Welche unglaublichen Entwicklungen sich für (oder eher gegen) die Sicherheit von Daten in der Cloud derzeit aufzeichnen, sind kaum zu fassen. Ebenso sollten wir davon ausgehen, dass es nicht nur die beiden genannten Überwachungssysteme gibt, sondern dass diese Systeme in vielen technologisch entwickelten Ländern verfügbar sind.

Bevor es zu Mißverständnissen kommt – ich gehe davon aus, dass die Cloud die Zukunft der IT darstellt, denn alle Aspekte für Unternehmen sprechen langfristig dafür. Skalierung, Kosten, Backupfähigkeit der Daten und vieles mehr. Aber das Vertrauen muss die Cloud einmal mehr beweisen. Wir selbst lieben Cloudlösungen und setzen diese als junges modernes Unternehmen ein. Für die Kundenverwaltung als CRM und für das Rechnungswesen.

Betrachten wir einmal nüchtern unsere Umsatzzahlen, die meine Strategie von 2010 derzeit klar bestätigen: 99% unseres Umsatzes erreichen wir mit den Inhouse Lösungen von amagno. Eigentlich weniger als 1% wird mit unserer Cloudstrategie erwirtschaftet. Viele Themen sind für Unternehmen bereits jetzt problemlos ohne Ängste in der Cloud speicherbar, z.B. Kundendaten im Rahmen von CRM Lösungen. Aber die sensiblen Unternehmensdateien sind derzeit NICHT für eine Cloudspeicherung vorgesehen.

Viele Cloud-Jünger mögen die rasante Entwicklung predigen, ich persönlich gehe aber davon aus, dass insbesondere Mittelständler noch mindestens 10 Jahre benötigen, bis sich die Mehrheit dieser Unternehmen auf eine Cloudspeicherung umstellt. amagno ist unabhängig von dieser Entwicklung, da wir uns in beiden „Welten“ Zuhause fühlen. Abgesehen von der Tatsache, dass erst ca. 10% des Mittelstands ein DMS/ECM einsetzen.

Auch in Anbetracht des Sicherheitsthemas geben wir uns bei amagno sehr viel Mühe, die Sicherheit der Unternehmensdaten zu gewährleisten. Beispiele:

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  • Annähernd vollständige Eigenentwicklung der Software – „Made in Germany“
  • Verschlüsselte und anonymisierte Dateien bereits auf dem Client
  • Verschlüsselte Kommunikation als Basisdienst (und nicht als „Premiumlösung“)
  • Pro Unternehmen eigene Sicherheitsschlüssel
  • Datenspeicherung für unsere Cloud Server, verschlüsselt, auf eigenen Europäischen Server (demnächst exklusiv in Deutschland)

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Auch wir lernen jeden Tag hinzu und sind sicher noch nicht perfekt. Aber wir wollen unseren Kunden nicht nur das beste Benutzererlebnis für eine motivierende Produktivität der Mitarbeiter bieten, sondern auch eine sichere Plattform für ihre täglich zu verarbeitenden Unternehmenswerte.

Damit amagno ein perfektes Arbeitswerkzeug ist, muss amagno die verschlüsselt übertragenen Daten auf dem amagno Server (wahlweise Inhouse oder auf unseren Cloudservern) kurzzeitig entschlüsseln und analyiseren, um bestimmte Begriffe für die Volltextsuche, Magnetzuweisung, etc lesbar, aber ohne Kontext, zu verwalten. Die Dateien selbst legt amagno anonymisiert und verschlüsselt im Dateisystem der Server ab. Dies ermöglicht hohe Sicherheitsstandards, weil auch Administratoren damit keinen „Klartext“-lesenden Zugriff auf die Dateien erhalten, wie bei vielen anderen Systemen. Daraus machen wir aber auch kein Geheimnis (Siehe auch Endbenutzerlizenzvereinbarung). Und durch die lokalen Serverlösungen von amagno sind die Daten für die Unternehmen idealerweise ohne Zugriff von Außen und unter Kontrolle des Unternehmens.

Es ist zu vermuten, dass Prism und Tempora nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Die Anbieter und der Cloud Markt haben diese Phase und die nächsten Monate jetzt klug zu analyiseren und für ECM/DMS Strategien umzusetzen. Vielleicht ist dies auch eine wirtschaftliche Chance, Softwarelösungen „Made in Germany“ einen größeren Stellenwert zu geben, als jemals zuvor.

Ein Beitrag von Jens Büscher, CEO amagno.

[title size=“2″]Nachtrag[/title]

Das Thema „Software made in Germany“ als Chance aus der aktuellen Entwicklung für die ECM/DMS Branche scheint nicht nur mich zu beschäftigen, sondern auch andere Experten. Siehe Artikel auf ecmguide.de (http://www.ecmguide.de/ecm/trotz-prism-und-tempora-ecm-branche-noch-ohne-antwort-17035.aspx)

Jens Büscher
Jens ist Gründer und CEO von AMAGNO. Nach vielen Jahren im öffentlichen Dienst wechselte Jens als Product Manager zum Web Content Management Anbieter RedDot Solutions AG. Anschließend gründete er zuerst DocuPortal und im Jahr 2010 AMAGNO als innovative Enterprise Content Management Lösung.

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